Lasertracker

Lasertracker

Alles Wichtige zum Messgerät, mit dem PHYSTECH MB arbeitet: was er kann, wofür er eingesetzt wird und wie er im Inneren funktioniert.

Allgemeine Informationen

Was ein Lasertracker ist

Ein Lasertracker ist eine mobile 3D-Koordinatenmessmaschine für große Bauteile und Anlagen — für alles, wofür Maßband und Wasserwaage nicht mehr ausreichen.

Zum Einsatz kommt er überall dort, wo es auf mehr als grobe Schätzung ankommt:

  • Ebenheit von Oberflächen und Bauteilen beurteilen
  • Geometrischen Zustand einer Maschine oder Anlage feststellen
  • Verschleiß und Bandlaufabweichungen erkennen, bevor sie zum Ausfall führen
  • Maschinenlager kontrollieren und neu ausrichten
  • Bauteile im Soll-Ist-Vergleich gegen Zeichnung oder CAD prüfen

Der eigentliche Nutzen zeigt sich danach: Die Messung selbst dauert oft nur wenige Stunden bis Tage, während die anschließende Fehlersuche per Ausprobieren erfahrungsgemäß Wochen kosten kann. Voraussetzung ist dabei immer eine stillstehende, betriebsbereite Anlage in möglichst erschütterungsfreier und temperaturstabiler Umgebung — was das genau bedeutet, steht unter Leistungen.

Je nach Zugänglichkeit lässt sich der Tracker stehend, liegend oder über Kopf aufbauen. Bei wiederkehrenden Kontrollmessungen an derselben Anlage können zudem dauerhafte Referenzpunkte gesetzt werden — etwa Bodentanks oder Wandnester —, auf die spätere Messungen zurückgreifen, ohne das Bezugssystem neu aufbauen zu müssen.

Die technischen Kennzahlen des eingesetzten Leica AT401 — Messbereich, Messgenauigkeit und Wiederholgenauigkeit — stehen im Abschnitt Messbereich und Genauigkeit auf der Leistungsseite.

Anwendungsbereiche

Wo der Lasertracker zum Einsatz kommt

Überall dort, wo Bauteile oder Anlagen im Raum genau zueinander stehen müssen.

  • Parallelität und Höhenlage von Walzen und Rollen in einem Arbeitsgang
  • Unterstützung bei Einrichtung und Justierung von Walzen und Bandanlagen
  • Kontrolle von Lagern, Gerüsten und Verschleißleisten
  • Überwachung und Justierung von Vorrichtungen
  • Bauteilvermessung im Soll-Ist-Vergleich gegen Zeichnung oder CAD
  • Kranbahnvermessung nach Spurweite, Höhenlage, Geradheit und Neigung
  • Kontrolle von Antriebseinheiten und Roboterarmen

Branchen, in denen diese Aufgaben typischerweise anfallen:

Maschinen- und AnlagenbauSondermaschinenWalzwerke IndustrieofenbauStahlbauKranbau und Kranbahnen WasserkraftwerkeAutomobilbauHalbleiter und Reinraum Ionentherapie und BeschleunigeranlagenPapier- und Tissueindustrie Stahlband- und Förderanlagen

Eine Aufgabe passt in keine dieser Kategorien? Sprechen Sie mich an — die vollständige Liste der Anwendungsfelder zeigt weitere Beispiele.

Funktionsweise

Wie funktioniert ein Lasertracker eigentlich?

Das Grundprinzip ähnelt einer klassischen Tachymetermessung — nur dass der Tracker sein Ziel fortlaufend verfolgt, statt es einzeln anzuvisieren.

Ein fest auf einem Stativ montierter Kopf dreht sich um zwei Achsen und misst dabei die Horizontal- und Vertikalrichtung des austretenden Laserstrahls. Der Strahl wird von einer präzisen Reflektorkugel (SMR) am Messobjekt zurückgeworfen — die genaue Entfernung dazu bestimmt der Absolut-Distanzmesser. Aus den beiden Winkeln und dieser Strecke ergibt sich für jeden angetasteten Punkt eine räumliche Koordinate.

Diese Koordinaten werden anschließend in das Bezugssystem des Bauteils oder der Anlage umgerechnet — etwa über den Mittelpunkt eines gemessenen Kreises oder eine zuvor bestimmte Maschinenachse. So lässt sich zum Beispiel eine Walze als Bezugsachse definieren, und die Abweichungen aller weiteren Walzen werden direkt dazu ausgegeben. Genau dieses Prinzip zeigt das Video auf der Startseite in einer kurzen Animation.

Bei großen oder von mehreren Seiten zu messenden Anlagen wird der Tracker versetzt. Ein Netzausgleich führt die verschiedenen Standpunkte rechnerisch in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammen, sodass am Ende alle Messwerte durchgängig vergleichbar sind.

Warum die Umgebung zählt: Der Laserstrahl legt die Messstrecke mit der Geschwindigkeit des Lichts durch Luft zurück. Temperaturschichtung, Staub oder Luftfeuchte verändern diese Ausbreitungsgeschwindigkeit geringfügig — und wirken sich damit direkt auf die gemessene Strecke aus. Deshalb sind eine stillstehende, temperaturstabile und möglichst staubfreie Umgebung Voraussetzung für die angegebene Genauigkeit, nicht nur eine Empfehlung.

Begriffe wie Absolut-Distanzmesser, Reflektor, Bezugssystem oder Netzausgleich sind in den Fachbegriffen einzeln erklärt.

Fragen zum Lasertracker oder zu Ihrer Aufgabe?

Eine kurze Beschreibung der Anlage und des beobachteten Problems genügt für eine erste Einschätzung.